Dumping
Unter dem Dumping-Syndrom versteht man eine sogenannte Sturzentleerung flüssiger und fester Nahrung vom Magen in den Dünndarm mit ihren Folgen. In der Regel wird das Dumping-Syndrom mit Menschen in Verbindung gebracht, die sich einer Magenbypass-Operation oder einer Magenverkleinerung unterzogen haben. Eingriffe am Magen, die sein Volumen verringern (z.B. eine Fundoplikatio), können eine schnellere und sturzartige Entleerung des Magens zur Folge haben. Hierbei wandert Nahrung so schnell durch den Magen in den Dünndarm, dass sie nicht ordentlich verdaut werden kann. Die teilweise unverdaute Nahrung wird dann vom Zwölffingerdarm zügig absorbiert, es wird eine große Menge Flüssigkeit an den Darm abgegeben und die Darmkontraktionen verstärken sich.
Ursachen
- Eingriffe, die das Magenvolumen verringern
- Eingriffe, die den Magenausgangsmuskel (Pylorus) beeinträchtigen
- Nahrungsaufnahme in zu großer Menge
- Aufnahme sehr hochkalorischer Nahrung
Symptome
Man unterscheidet in zeitlicher Abhängigkeit vom Auftreten eines Dumping-Syndroms zur Nahrungsaufnahme ein Frühdumping und ein Spätdumping.
Frühdumping (Symptome setzen bereits während der Mahlzeit oder unmittelbar danach ein):
- Plötzlicher und teilweise unkontrollierter Durchfall (einige Betroffene scheuen physische und soziale Aktivitäten, um ständig in der Nähe einer Toilette bleiben zu können)
- Übelkeit
- Magenkrämpfe
- beschleunigter Herzschlag
- Übelkeit
- Schwitzen
- Gefühl der Lethargie
- Mundtrockenheit
Frühdumping kann starken Gewichtsverlust, Anämie und Mangelernährung verursachen.
Spätdumping (zwei bis drei Stunden nach der Mahlzeit):
- Plötzlicher Abfall der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit
- Schläfrigkeit
- schwere Atmung
- beschleunigter Herzschlag
- Zittrigkeit
- ein dringendes Bedürfnis zu essen
- Beeinträchtigung der Sicht
- unklare Aussprache
- geistige Verwirrung
Viele dieser Symptome sind Folgen des niedrigen Blutzuckerspiegels, der bei spätem Dumping auftreten kann.
Behandlung
Anpassung der Lebensführung
Ein Ernährungsberater kann helfen, das Essverhalten so anzupassen, dass Symptome so weit wie möglich reduziert werden. Es wird empfohlen, häufig kleinere Mahlzeiten zu essen und Einfachzucker, Milch und Milchproteine zu meiden. Hilfreich kann es außerdem sein, weniger Kohlenhydrate und stattdessen mehr Proteine und Fette zu sich zu nehmen.
Medikamente
Acarbose (eigentlich ein Medikament zur Behandlung von Zuckerkrankheit) beeinflusst die Aufnahme von Kohlenhydraten und kann Personen mit Spätdumping helfen. Kurzfristig kann auch Octreotid (ein Somatostatinanalogon) nützlich sein. Verdauungsenzyme (Pancreatin) können bei der Fettverdauung hilfreich sein.
Regelmäßige Kontrollen der Stuhl- und Blutwerte
Wir empfehlen allen Betroffenen, wegen der veränderten Aufnahme von Nahrungsbestandteilen (Fette, Mineralstoffe, Vitamine, usw.) auf Grund der besonderen Verdauungssituation durch Dumping bzw. der Dauereinnahme von Säureblockern, regelmäßig Blut- und Stuhlwerte zu kontrollieren.
Das Beratungsteam von KEKS unterstützt euch gerne, wenn ihr Fragen habt oder unsicher seid.
