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Für Ärzte

Liebe Ärzte, Therapeuten und Pflegepersonal,

in den Jahren hat sich die Selbsthilfe gewandelt. Aus einem Bereich, der gerne nur als klagende Zusammenkunft Betroffener wenig wertschätzend angesehen wurde, sind über Jahre hinweg in vielen Fällen professionelle Organisationen geworden, die selbst Fachpersonal beschäftigen können und ein großes Wissen um das jeweilige Krankheitsbild haben, das sie dementsprechend vertreten.

Vieles wirft man der Selbsthilfe immer wieder vor. Dass sie aus dem Bauch heraus agiert, viel zu vorschnell Meinungen bildet, Eltern in Entscheidungen beeinflusst und gar zu anderen Entscheidungen drängt und damit höchst unangemessen agiert und letztendlich politisch unkorrekt handelt. Ist das wirklich so? Ist es nach außen bekannt, dass auch diese Selbsthilfeorganisationen häufig interne Leitlinien besitzen, die angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeiter kontinuierlich schulen und die Arbeit dadurch nachhaltig professionalisiert wird?

Der Patient hat das Anrecht darauf, dass er die Information bekommt, die ihm hilft! Es spielt keine Rolle von wem er sie bekommt. Wichtig ist nur, dass er sie bekommt. Dieses Recht, dem Ratsuchenden auf diesem Weg zu helfen, ist der Selbsthilfe wohl nicht abzusprechen.

Wer die Selbsthilfe, wie oben beschrieben geringschätzig ansehen mag und an ehrlichen und gleichberechtigten Dialogen nicht interessiert ist, wird bei diesem gefassten Bild vermutlich bleiben. Wer sich auf den Weg macht, mag anderes entdecken. Er entdeckt vielleicht, dass nirgendwo so viele Erfahrungswerte zu einem bestimmten Krankheitsbild zusammenlaufen, sortiert, evaluiert und zur besseren Information und zum Wohle der Patienten aufbereitet werden. Wohin soll der Patient denn gehen, wenn er von drei Medizinern oder Therapeuten drei völlig unterschiedliche Lösungswege angeboten bekommen hat und verunsichert ist? Wenn man tiefer gräbt, kann man feststellen, dass die Selbsthilfe daher Aufgaben übernimmt, die im eng gesteckten Zeitkorridor des Klinikalltags so gar nicht immer durchführbar sind. Und wenn man dann vertrauensvoll zusammenrückt, entdeckt mancher für sich sogar noch mehr.

„Die wissen tatsächlich, wovon sie sprechen“.

Deswegen freuen wir uns heute über all diejenigen, die uns gerne anrufen und unseren Rat einholen, die unsere Erfahrungen nutzen möchten, die zuhören und sich nicht konkurrierend abwenden. Einen großen Anteil an all dem, hat der wissenschaftliche Beirat von KEKS e.V., der uns fachlich all die Jahre eng begleitet hat und noch immer an unserer Seite ist. Wir möchten uns an dieser Stelle für das in uns gesetzte Vertrauen bei allen Kollegen bedanken, die mit uns Studien angestoßen haben, viele Informationsmaterialen entwickelt und Vorträge gehalten haben und immer wieder offen dafür sind, was wir aufgrund neuer Erkenntnisse an sie herantragen.

Stefan Offenbecher
Geschäftsführer
KEKS e.V.
Sommerrainstr. 61
70374 Stuttgart

Im Buchhandel und über KEKS zu bestellen:
Ösophagusatresie Chancen und RisikenÖsophagusatresie
Chancen, Risiken und Grenzen.
Ein Leitfaden für Mediziner, Eltern und Betroffene.

Eine Sammlung von Fachartikeln zur Ösophagusatresie auf der Grundlage der Kongressbeiträge der 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie Bonn, 14. September 2003.
ISBN 3-00-014860-4

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